Das große Reppa Münzen-Lexikon
Fehlprägungen
Als fehlerhafte Münzen werden Münzen beschrieben, die – bedingt durch falsches Verhalten beim Prägevorgang oder in Verbindung mit Mängeln am Material oder Stempel – dem gängigen Qualitätsstandard abweichen. Durch Verwechslungen (unpassende Stempelpaare, falscher Schrötling), Verdrehungen, Risse oder Sprünge der Stempel entstandene Fehlprägungen müssen sich für den Sammler nicht immer wertmindernd auswirken. Vor allem einzigartige Exemplare oder kleine Auflagen können im Preis steigen, wie im Fall der 50-Pfennig-Stücke von 1950, die fälschlicherweise mit dem Stempel Bank Deutscher Länder versehen wurden.
Die ungenügende Zentrierung der Stempel auf antiken Münzen war durchaus häufig, aufgrund der technischen Weiterentwicklung ist dieser Fehler bei neuzeitlichen Geprägen selten geworden. Ebenfalls selten finden sich heute orthografische Fehler durch fehlerhafte Rechtschreibung (absichtlich oder unabsichtlich) oder die Verwendung falscher oder ungenauer Wappen, wie das bei Fehlprägungen im Mittelalter und der frühen Neuzeit der Fall sein kann.
Materialfehler können durch die falsche Zusammensetzung der Legierung, verminderten Feingehalt oder einfach durch Verwechslung der Plättchen (Schrötlinge) entstanden sein. Die Zuführsysteme moderner Prägemaschinen, sondern Plättchen mit abweichendem Durchmesser oder falscher Dicke automatisch aus. In die Zeit der Hammerprägung gehören die Fehlprägungen, die durch zu schwache, zu starke oder mehrfach ausgeführte Schläge mit dem Hammer verursacht worden sind; letztere werden auch als Doppelschlag bezeichnet.
Ein besonderer Münzfehler ist die „Durchschlagene Münze“ oder „Brockage“. Dieser Fehler entsteht, wenn eine frisch geprägte Münze während des Prägevorgangs in der Maschine stecken bleibt. Die nächste Münze wird dann gegen die steckengebliebene Münze geprägt, wodurch auf einer Seite ein spiegelverkehrtes, vertieftes Abbild der anderen Münzseite entsteht.
Inkuser Abdruck auf der Rückseite eines russischenKopeken-Stückes
5-Pfennig-Stück der BRD auf einem 1-Pfennig-Schrötlinggeprägt
5 DM Lessing mit unvollkommen ausgeprägter Wertseite
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