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Münzfälschungen erkennen
Nachprägung, Fälschung und Manipulation von Münzen: wie Sie Münzfälschungen erkennen
Die Falschmünzerei ist so alt wie das Geld selbst und wurde schon in der Antike schwer bestraft. Für Münzsammler bedeutet eine Münzfälschung jedoch keineswegs zwingend, dass diese Münze keinen Sammlerwert hat: historische Münzfälschungen beispielsweise sind Zeitzeugen ihrer Epochen und können einen durch interessanten Teil einer Münzkollektion darstellen. Wenn eine gefälschte Münze erst nach dem Kauf als Falschgeld erkannt wird, entsteht jedoch ein je nach Exemplar erheblicher finanzieller Schaden.
Die Fälschungserkennung wird erleichtert, wenn man genügend Kenntnisse über die Auffälligkeiten hat, die auf eine Fälschung hinweisen. Informieren Sie sich hier, welche Formen der Fälschung es gibt, wie Münzen gefälscht werden sowie ob und wie man Münzfälschungen erkennen kann.
Arten von Münzfälschungen
Zunächst soll der Begriff „Falschmünze“ genauer definiert werden, denn es gibt auch hier Unterschiede, die für einen Sammler von Bedeutung sind. Um eine gefälschte Münze zu erkennen beziehungsweise bei Münzen die Echtheit zu prüfen, ist es hilfreich, mit diesen Unterschieden und Merkmalen möglichst vertraut zu sein. Man unterscheidet vier Gruppen von Fälschungen. Diese werden im Folgenden hier aufgeführt.
Zeitgenössische Fälschung
Zeitgenössische Fälschungen sind für den Sammler aus historischen Gründen interessant. Das älteste bekannte Beispiel einer solchen Fälschung stammt aus der griechischen Antike. Um 525 v. Chr. ließ Polykrates, Tyrann von Samos, Bleimünzen mit einem dünnen Goldüberzug herstellen. Mit diesen Fälschungen kaufte er seine Insel von der Belagerung der Spartaner frei. Auch die Münzen der Kipper- und Wipperzeit sind für den Sammler hochinteressant. Damals wurden Münzen mit geringem Silbergehalt und teilweise ohne Münzrecht hergestellt. Aus politischen Gründen fälschten aber auch Herrscher mit Münzrecht. Teils brachte man diese Münzen in Umlauf, um Waffenkäufe zu finanzieren, teils um die Wirtschaft eines anderen Landes zu schwächen.
Moderne Fälschung
Eine moderne Fälschung hat meist einen kriminellen Hintergrund. Sie wird bewusst hergestellt, um einem Sammler finanziellen Schaden zuzufügen. Ein typisches Beispiel, bei dem es darauf ankommt, dass Sie Münzfälschungen rechtzeitig erkennen: die „Touristenprägungen“, die in vielen südlichen Urlaubsländern von Straßenverkäufern angeboten werden. Kaufen Sie deshalb Münzen nur bei einem autorisierten Münzhändler und bestehen Sie bei seltenen und teuren Exemplaren auf ein Echtheitszertifikat.
Nachprägung
Besonders seltene und begehrte Münzen, die für einen normalen Sammler unerschwinglich sind, werden heute als Nachprägung angeboten. Diese Repliken werden nur von offiziellen Stellen ausgegeben und sind immer durch ein kleines Merkmal als Nachprägung gekennzeichnet. Besonders für Sammler mit kleineren bis mittleren Budgets sind offizielle Nachprägungen eine schöne Ergänzung in ihrer Kollektion.
Aber auch hier gibt es einige Ausnahmen wie zum Beispiel die berühmten „Beckerfälschungen“. Der Offenbacher Hofrat Carl Wilhelm Becker (1772-1830) war Graveur und Stempelschneider. Er fertigte Anfang des 19. Jahrhunderts in seiner kleinen Werkstatt mehr als 300 Stempel von antiken und mittelalterlichen Münzen an. Dabei imitierte er sogar das ursprüngliche Prägeverfahren. So entstanden derart perfekte Nachahmungen, dass nur wenige Experten diese Nachprägungen beziehungsweise Münzfälschungen erkennen können – für Laien ist diese Prägung im Grunde unmöglich zu enttarnen.
Fantasieprägung
Bereits im 16. Jahrhundert wurden für reiche Sammler Münzen hergestellt, deren Motive frei erfunden waren. An erster Stelle stehen hier die sogenannten „Paduaner“. Der Gelehrte A. Bassiano und der Stempelschneider G. Cavino aus Padua gestalteten vorwiegend Sesterze und bronzene Medaillons nach altrömischem Vorbild. Aber auch aus China sind Münzen bekannt, die Lücken in Sammlungen füllen sollten und Initialen von Kaisern zeigen, die niemals Münzen prägen ließen. Um eine solche gefälschte Münze zu erkennen, sollten Sie also immer den historischen Kontext des Geldstücks im Blick behalten.
Techniken des Münzfälschens: Diese Indizien helfen, bei Münzen die Echtheit zu prüfen
Münzfälscher gehen zum Teil mit außergewöhnlichen Methoden zu Werke. Die angewandten Verfahren sind meist komplizierter als die bei der Herstellung des Originals gebrauchten. Deshalb haben sich einige Münzliebhaber auf das Sammeln von Fälschungen spezialisiert.
Trotz aufwendiger Technik ist es bisher keinem Fälscher gelungen, die beim Kopieren einer Münze auftretenden Probleme zu meistern. Aufgrund des Materialunterschieds heben sich Original und Fälschung in Größe und Gewicht voneinander ab, wodurch man als erfahrener Numismatiker in der Regel Münzfälschungen erkennen kann. Im Folgenden ein Überblick über die Verfahren … Bei dem Kauf wertvoller Stücke – beispielsweise der Münze „1 Unze Gold Österreich Philharmoniker 2021“ – sollten Sie unbedingt auf Echtheit achten.
Gussverfahren
Beim Gussverfahren wird die Form von den Originalmünzen abgenommen. Als Werkstoffe für die Formherstellung werden temperaturbeständige und schnell aushärtende Stoffe wie beispielsweise Gips oder Silikonkautschuk verwendet. Zum Gießen der Münzen verwenden die Fälscher Metalle oder Legierungen mit niedriger Schmelztemperatur (Blei, Zinn). Eine solche Münzfälschung erkennt man an den unscharfen Konturen des Münzbildes, der Farbe und dem dumpferen Klang.
Galvanoplastikverfahren
Beim Galvanoplastikverfahren wird vom Original zunächst ein Wachsabdruck genommen. Dieser Abdruck wird anschließend galvanisch mit einer Kupferschicht überzogen. Nach Ablösen des dünnen Kupferplättchens vom Wachs lötet man dieses auf den Kern der Falschmünze (Eisen). In einem weiteren Galvanisierungsbad wird auf diesen Rohling dann eine Oberflächenschicht aus Silber oder Gold aufgebracht. Eine solche gefälschte Münze erkennt man meist am Rand und ebenfalls am etwas dumpferen Klang.
Prägeverfahren
Moderne Fälschungen werden ausschließlich geprägt. Zur Herstellung der Prägestempel verwendet man unter anderem auch das Galvanoverfahren. Die Haltbarkeit eines auf diese Art gefertigten Stempels ist allerdings nicht sehr hoch, folglich kann nur mit leichten Prägedrücken und Schrötlingen aus weichen Münzmetallen gearbeitet werden. Gelegentlich tauchen auch Kopien von Originalstempeln aus Stahl auf. Durch die Abweichungen im Münzbild sind diese Münzfälschungen jedoch recht einfach zu erkennen.
Münzmanipulation
Manipulationen an Münzen findet man ausschließlich bei Sammlermünzen. Im Gegensatz zu den oben genannten Verfahren arbeiten hier Fälscher mit Originalen. Bestimmte Merkmale der Münzbilder wie Buchstabe und Jahrgang werden verändert und lassen die Münze wertvoller erscheinen.
Ein Paradebeispiel ist das 50-Pfennigstück 1950 G „Bank Deutscher Länder“. Der Fälscher benutzte zwei 50-Pfennigmünzen: ein beliebiges Geldstück aus dem Jahr 1950 und eine recht verbreitete Münze von 1949 mit dem Prägebuchstaben G. Der Rand der 1950er-Münze wird mithilfe eines Uhrmacherdrehstocks bis zum Perlkreis abgedreht und die Seite mit der Nominalangabe geplant. Danach wird bei der zweiten Münze die Rückseite ausgedreht, um Platz für das kleinere Münzplättchen zu schaffen. Anschließend wird die Jahrgangsseite wie eine Intarsie in das ausgedrehte Stück eingepasst. Diese Manipulation beziehungsweise Münzfälschung ist leicht daran zu erkennen, dass der Perlkreis ungleichmäßig stark ist und das Gewicht erheblich von dem des Originals abweicht.
Münzfälschungen als Sammlerstücke
Eines steht außer Frage: Wer eine wertvolle Münze wie reine Silbermünzen oder historische Münzen beispielsweise als Anlagemünze in die persönliche Sammlung aufnimmt und bei dem Kauf eine Fälschung nicht erkennt, dem entsteht durch diese Täuschung ein erheblicher finanzieller Schaden. Um dieser Situation zu entgehen, sollten gerade Münzen mit hohem Wert ausschließlich mit Echtheitszertifikat erworben werden.
Es gibt auch Sammler, die gezielt nach gefälschten Münzen suchen. In diesem Falle haben Münzfälschungen einen individuellen Sammlerwert, der das Sammeln von Münzfälschungen für solch spezialisierte Numismatik-Fans lohnenswert macht.